Demenz im Alltag: Wie Angehörige Selbstständigkeit unterstützen können

Die Kleidung liegt bereit, doch das Anziehen gerät ins Stocken. Beim Frühstück fehlt plötzlich der nächste Schritt. Wenn ein vertrauter Mensch an Demenz erkrankt, verändert sich oft auch der gemeinsame Alltag.

Angehörige stehen dabei vor einer schwierigen Frage: Wann helfe ich – und wann lasse ich Zeit zum Selbermachen? Eine passende Unterstützung berücksichtigt sowohl die vorhandenen Fähigkeiten als auch die Sicherheit und das Wohlbefinden aller Beteiligten.

Vertraute Abläufe übersichtlicher gestalten

Wiederkehrende Tagesabläufe können Orientierung geben. Ebenso hilfreich können feste Plätze für häufig benötigte Dinge und eine übersichtliche Umgebung sein.

Beim Anziehen lässt sich beispielsweise gemeinsam ausprobieren, ob eine kleinere Auswahl an Kleidungsstücken die Entscheidung erleichtert. Eine gut sichtbare Beschriftung oder ein Bild am Schrank kann manchen Menschen helfen, Gesuchtes zu finden.

Nicht jede Veränderung funktioniert für jeden Menschen. Probieren Sie einzelne Anpassungen aus und beobachten Sie, ob sie tatsächlich Erleichterung bringen.

Tätigkeiten ermöglichen und passend vereinfachen

Wenn eine Aufgabe nicht mehr vollständig gelingt, können einzelne Schritte weiterhin möglich sein. Vielleicht wird Unterstützung bei der Vorbereitung gebraucht, während ein vertrauter Teil der Tätigkeit selbst übernommen werden kann.

Ein Beispiel: Das gesamte Frühstück zuzubereiten ist zu kompliziert geworden, aber Servietten hinzulegen oder Brot auf einen Teller zu legen gelingt noch. Solche Beiträge ermöglichen Beteiligung an einem vertrauten gemeinsamen Ablauf.

Welche Aufgabe geeignet ist, hängt von den Fähigkeiten, Interessen und der Tagesform ab. Bei Tätigkeiten mit Verletzungsgefahr ist entsprechende Begleitung notwendig.

Was Ergotherapie beitragen kann

Ergotherapie bei Demenz setzt an persönlich bedeutsamen Alltagstätigkeiten an. Gemeinsam wird betrachtet, was noch gelingt, wo Schwierigkeiten entstehen und welche Unterstützung hilfreich ist.

Dazu können das Üben vertrauter Abläufe, das Vereinfachen einzelner Handlungsschritte und Anpassungen der Umgebung gehören. Auch Angehörige können einbezogen werden: Ihre Beobachtungen helfen, Lösungen zu entwickeln, die zu Hause praktikabel sind.

Die Therapie kann Demenz nicht heilen. Sie kann jedoch dazu beitragen, vorhandene Alltagsfähigkeiten zu nutzen und Selbstständigkeit möglichst lange zu unterstützen.

Auch Angehörige brauchen Entlastung

Begleitung muss nicht allein geleistet werden. Beratungsstellen, Angehörigengruppen und passende Entlastungsangebote können wichtige Unterstützung bieten.

Wenn Sie wissen möchten, ob Ergotherapie für Ihren Angehörigen infrage kommt, sprechen Sie mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt. Gerne beantworten wir in unserer Praxis in Hilden Ihre Fragen zur ergotherapeutischen Begleitung älterer Menschen.

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